Pressestimmen

 

"Tollkühne Musiker" Konzertkritik August 2016
 
aus "Die Rheinpfalz"
 
 
Ensemble Flautando macht im Von-Busch-Hof den Barock erlebbar
 
VON RAINER KÖHL
 
"Lebendiges Barock "hieß es beim Abend im Von-Busch-Hof mit dem Ensemble Flautando.Die fünf Musiker und Moderatorin Dagmar Paqué-Lemmert machten die Epoche lebendig.
 
Perlen barocker Kammermusik gab es zu hören. Gespielt von Flautando, dem Ensemble um den jungen Blockflöten-Virtuosen Benjamin Saile. mit etlichen Preisen wurde Saile ausgezeichnet, darunter ein erster Preis des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert".
Mit Jean-Philippe Rameaus "Tambourin en Rondeau" ging es sehr farbenreich los in der Quintettbesetzung. Die Rahmentrommel gab den Puls an. Meist spielt Saile die Altblockflöte, so auch in einem Concerto von Vivaldi, in dem die Oboistin Rebekka Wahl seine Duo-Partnerin war. Beseelte Dialoge waren dabei zu erleben. In lebhaftem Nonlegato ließen die beiden ihre Linien hurtig dahineilen, gaben ihnen tänzerischen Schwung. Reiche klangliche Nuancen entwickelte der Blockflötist immer wieder.
In der instrumentalen Version von Händels berühmter Arie "Lascia ch'io pianga" ging dies besonders gut. Er gab dieser Musik einen schönen vokalen Ausdruck.
Jubilierende Duo-Geflechte ging Saile mit der Geigerin Sylvia Würtz in der Triosonate d-moll von Telemann ein. Schönstes Vergnügen und schwungvolle Begeisterung bei locker servierten, rasanten Läufen kam hier hinein. Quirlig turbulent einherwirbelnd, ebenso aufgeweckt wie die Continuo-Begleitung von Sarah Kirschner (Cello) und Delia Stegarescu (Cembalo). Letztere brillierte solistisch mit einem Bachschen Prelude.
Seine vortreffliche Technik auf der Blockflöte demonstrierte Saile bei Jacob van Eycks "Engels Nachtegaeltje". Das alte englische Volkslied nahm der Renaissance-Komponist als Grundlage für virtuose Variationen. Munter rasant ließ Saile die Nachtigall tirilieren. Vogelrufe und Echos anstimmen. Tollkühn ging es auch zu in Corellis "La Follia" (Die Tollheit), als sich Saile und die Cellistin gegenseitig die Spielbälle vergnügt zuwarfen. Mit fabelhafter Finger- und Zungenfertigkeit brachte der Flötist die Tollheiten in Fahrt. Einen furiosen Meeressturm inszenierte das Ensemble Flautando in Vivaldi Concerto "La tempesta di mare", bei sonorer Grundierung und fein blitzenden Girlanden der Blockflöte.
Dagmar Paqué-Lemmert war die frühere Blockflötenlehrerin von Saile und sie bereicherte den Abend sachkundig mit einer Einführung in die Zeitgeschichte des Barocks ebenso wie mit Lyrik aus jener Zeit. Viele Erfindungen wurden damals gemacht, die Künste blühten, Zeitungen kamen erstmals auf den Markt. Geprägt waren die Zeiten aber auch von großer Not, Krieg und Pest, worüber Martin Opitz und Andreas Gryphius eindrucksvolle Poesie schrieben, die nun zu hören waren. Aber auch den Sinnenfreuden wurde in jener Zeit gehuldigt.
 

 


 

"Stürmisches Meer" Konzertkritik November 2015

aus "Die Rheinpfalz"

 

Barock-Ensemble Flautando in der Apostelkirche

VON GABOR HALASZ

Mit Barockmusik und poetisch herbstlichen Meditationen waren vier Musiker und eine Sprecherin in der Ludwigshafener Apostelkirche zu Gast. Ausführende waren das Ensemble Flautandomit Benjamin Saile (Blockflöte), Sylvia Würtz (Violine), Sarah Kirschner (Cello), Delia Stegarescu (Cembalo) sowie Dagmar Paqué-Lemmert (Rezitation).
Ihr Programm alternierte Werke von Vivaldi, Corelli, Sammartini, Domenico Scarlatti und Telemann mit zwischen die Musikstücke eingeschobenen Landschafts- und Stimmungsbildern von Rilke, Mörike, Storm, Fontane, Georg Trakl, Detlev von Liliencron und anderen Dichtern. Sie wurden von Dagmar Paqué-Lemmert sehr einfühlsam und mit klarer Diktion vorgetragen.
Die vier Musikerer erwiesen sich als versierte, aufeinander bestens abgestimmte, kultiviert gestaltende Spieler. Gemeinsam bildeten sie ein homogenes, kultiviert agierendes Ensemble. Die Wiedergaben gefielen durch einen lebendigen und (in positivem Sinne) musikantischen Zugriff und Farbenreichtum. So etwa (aber nicht ausschließlich) zum Schluss des Programms beim facettenreichen Klanggemälde von Vivaldis Konzert „Der Meeressturm“ („La tempesta di Mare“). Wie auch andere Stücke im Programm, erklang das Werk übrigens in einer Bearbeitung für die Besetzung des Ensembles.
Besondere Anerkennung gebührt freilich Benjamin Saile. Die tönenden Meeresstürme entfachte der junge Blockflötist auf überaus brillante Weise, und zu Beginn des Programms in einem Konzert von Vivaldi so wie Sammartinis G-Dur-Sonate. In „La Follia“ von Corelli imponierte er ebenfalls durch Virtuosenglanz. Seine Geläufigkeit und die Klarheit der Intonation und seines Tonansatzes wirkten beeindruckend. Technisch und auch musikalisch exzellente Mitstreiter fand Saile in Sylvia Würtz und Sarah Kirschner, und dass sie sich ebenfalls auf Virtuosität versteht, zeigte Delia Stegarescu ihrerseits mit Nachdruck in Domenico Scarlattis Pastorale und Toccata in d-Moll. Lebhafter Beifall zum Schluss des Konzerts und als elegant servierte Zugabe zwei Tambourins von Jean-Philippe Rameau.

 


 

"Reise durch den Barock" Konzertkritik Juli 2014

aus "Die Rheinpfalz"

 

Auftakt der Seebacher Adbendmusiken mit Flautando begeistert Publikum in vollbesetzter Klosterkirche

Zum 35. Mal strömten die Besucher zur sommerlichen Konzertreihe in die Klosterkirche und wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht. Zum Auftakt der Seebacher Abendmusiken spielte das Ensemble Flautando barocke Kammermusik vom Feinsten.

Die Moderation des Konzerts übernahm Ensemblemitglied Dagmar Paqué-Lemmert. Sie nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Barockzeit, jene facettenreiche Epoche, die in der Musik große stilistische Unterschiede hervorbrachte. In diesem intimen Konzert reihten sich die verschiedenen Werke wie glänzende Barockperlen aneinander.
Mit der Triosonate c-Moll von Piere Prowo, einem wenig bekannten deutschen Organisten und Komponisten des Spätbarocks, stellte sich das Ensemble Flautando mit einem zarten Adagio und einem flinken Allegro vor: Benjamin Saile und Ina Schuchardt-Groth (Blockflöte), Delia Stegarescu (Cembalo) und Sarah Kirschner (Violoncello).
Georg Philipp Telemann war prägend für die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seine Vielseitigkeit in mehreren Stilen beweisen beispielhaft die "Essercizii Musici", die 1739 veröffentlich wurden. Mit der Sonate Nr. 2 G-Dur aus diesem Werk begeisterte das Ensemble die Zuhörer, besonders Benjamin Saile mit seinem brillant perlenden Flötenspiel, das beim vivace in ein stürmisches Jubeln überging.
Bei der folgenden Toccata in d-Moll von Domenico Scarlatti wurde Delia Stegarescu am Cembalo eine hohe Virtuosität abverlangt: Weite Sprünge wechseln hier mit Überkreuzen der Hände, gehäuften Akkorden und Tonleitern in rasantem Tempo über mehrere Oktaven. Scarlatti benutzte diese Technik als Stilmittel, um den beim Cembalo nicht zu beeinflussenden Anschlag der Tonlautstärke auszugleichen. Das Publikum honorierte den beeindruckenden Vortrag der Cembalistin mit lebhaftem Beifall.
Bei einem Barockkonzert darf Händel nicht fehlen. "Rinaldo" ist die erste Oper, die Händel in London schrieb. Die Singstimme der berühmten Arie "Lascia ch´io pianga" wurde im Konzert durch die Tenorblockflöte von Benjamin Saile ersetzt und ermöglichte ein völlig neues Klangerlebnis.
In seiner Musikzeitschrift "Der getreue Music-Meister", die Telemann 1728 im Selbstverlag in Hamburg herausbrachte, veröffentlichte er eine Suite, die berühmte Frauengestalten der antike gewidmet ist und eine Folge von Tänzen mit typischen Rhythmen und Figuren den Charakter der betreffenden Figur bezeichnet: Corinna - heiter, Xanthippe - wiederborstig, Lucretia - pathentisch und Clelia - heldenhaft. Das Ensemble Flautando überzeugt auch hier durch eine variantenreiche Interpretation.
Zu einem Höhepunkt des Konzertes wurde eine Programmänderung: Die "Englische Nachtigall", ein Flötensolostück von Jacob van Eyck. Atemberaubend war das Tempo, die Dynamik und die Virtuosität, die Benjamin Saile zeigte. die Geschwindigkeit seiner Finger war berauschend, atemlos lauschten die Zuhörer diesem Meisterstück.
Zu berühmten Kompositionen für Blockflöte gehören die sehr anspruchsvollen Follia-Variationen von Arcangelo Corelli mit einem melodisch-harmonischen Satzmodell in wechselnden Tempi, mit denen das Publikum zum Ende des Konzertes erfreut wurde. Sanft ausklingend wirkte danach das "Trio per due flauti dolce e basso continuo" von Antonio Vivaldi. Mit einem starken Schlussapplaus erklatschten die Zuhörer eine Zugabe.
Das überragend aufspielnde Ensemble Flautando verabschiedete sich mit einem bäuerlichen Tanz des italienischen Komponisten Marco Uccellini.

 


 

"Dominanz und Eleganz im barocken Kleid" Konzertkritik März 2013

aus "Schifferstadter Tagblatt"

 

Erinnerung an musikalische Meilensteine bei Matinee des Lions Clubs im Alten Rathaus

Italienische Dominanz, französisches Einflussreichtum, Vereinigung regionaler Stile - alle Phasen des Barock wurden vereinigt bei der vom Lions Club Goldener Hut am Sonntagvormittag im Alten Rathaus veranstalteten Matinee unter dem Titel "Flautando - musica barocca". Dass diese Musikrichtung durchaus bei vielen heute noch präsent und beliebt ist, zeigten sowohl der Zusprach als auch der Applaus für die mitwirkenden Künstler.
Eleganz und Edelmut charakterisierten die erklingenden Melodien, die von einem großen Geschick im Umgang mit den Instrumenten und der Leidenschaft für die Kompositionen des Barock zeugten. Beachtenswert vereinigte sich der "hölzerne" klare Klang der Flöten mit den fein schwingenden Saiten des Cembalo und dem warm geführten Bogenstrich des Cello. eine angenehme, weiche Einheit entstand, aus der bewundernswerte musikalisch Meisterwerke zu neuer Blüte erweckt wurden.
In Dagmar Paqué-Lemmert hatte der Lions Club dabei eine versierte Moderatorin gefunden, die kompetent, souverän und mit allerlei interessanten Hintergrundinformationen zu Komponisten und Werken aufwartete.
Von hochvirtuosen Werken des Giovanni Battista Sammartini berichtete sie zum Beispiel. einen eben solchen musikalischen Meilenstein wurde dem Publikum präsentiert mit der Sonata in sol maggiore in drei Sätzen. Mit luftigem Fingerspiel begeisterte Benjamin Saile, der im Verlauf des Konzertes zwischen Block- und Traversflöte wechselte. Fröhlich brachte er das Allegro zum klingen und gestaltete gemeinsam mit Sarah Kirschner am Violoncello und Ryoko Aoyagi am Cembalo ein Feuerwerk der Musik.
Auch "Wunderknabe" Girolamo Frescobaldi kam zu Ehren mit "La Bernadinia" aus "Canzoni da sonare". Deren lyrische Wirkung wurde noch verstärkt durch die für die Zeit des Frühbarock charakteristischen Veränderungen im Tempo und dem Starken Ausdruckswechsel in dichter Folge. Behände und mit dem notwendigen Ausdruck gelang dem Instrumentalisten die Umsetzung des reizvollen Werkes, bei dem - wie im Barock typisch - zwei selbständig geführte Melodienlinien letztendlich immer wieder zusammengeführt wurden.
Eine besondere Wirkung übte Aoyagi mit einem Solo-Stück für Cembalo auf die Zuhörenden aus. Der Bergnymphe und Priesterin "Daphne" war diese Melodie eines anonymen Komponisten gewidmet, die allgemein dem 17. Jahrhundert zugeschrieben wird. Hell und rein war die Klangfarbe, weit öffnend die Melodie, virtuos waren die Zwischenstücke.
Nicht fehlen im barocken Programm durfte der Venezianer Antonio Vivaldi. Das Largo und das Allegro non molto aus dem "Trio per due flauti dolce e basso continuo" kam leichtfüßig und intensiv daher, energisch und gleichermaßen getragen. Ina Schuchardt-Groth ergänzte dabei zum wiederholten Mal als Blockflötistin in harmonischer Ergänzung zu Saile.
Mit dem Ausflug in die originäre Welt des Barock war den vier Künstlern und dem Lions Club als Ausrichter eine angenehm nachklingende Sonntagmorgen-Unterhaltung geglückt.

 


 

"Spannungsreiches Repertoire" Konzertkritik November 2011

aus "Die Rheinpfalz"

 

(...) Und immer noch gelang es den Musikern, einen weiteren Höhepunkt zu schaffen. Den setzte der 23-jährige Benjamin Saile. Er brillierte als Solist in  Antonio Vivaldis C-Dur-Konzert RV 443 für Flautino und Orchester mit der Sopraninoblockflöte und war der Star des Abends. Der letzte Flötenton war kaum verklungen, als ein beinahe ohrenbetäubender Beifallssturm ausbrach, der so lange anhielt, bis der junge Mann als Zugabe ein Flötensolo von Jacob van Eyck gab. Für den Physiklaborant bei der BASF ist die Musik „ein schönes Hobby nebenher“, das ihm inzwischen auch schon eine Reihe von Preisen eingebracht hat, zuletzt 2009 den ersten Preis beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in der Kategorie Blockflöte solo und 2010 wurde ihm der „Bruno- Herrmann-Preis“ der Pfälzischen Musikgesellschaft verliehen. (...)

 


 

 „Unbekanntes von Vivaldi“ Konzertkritik des Bruno-Herrmann-Preises Juni 2010

Aus „Die Rheinpfalz“

 

(…) Der Italienische Barockmeister Vivaldi hat viele, vielleicht sogar viel zu viele Konzerte komponiert. Das ist eigentlich ganz praktisch, weil Künstler sich aussuchen können, was viele Leute nicht kennen. Benjamin Saile, ein Schüler der Ludwigshafener Flötistin Dagmar Paqué-Lemmert, spielte den Solo-Blockflötenpart in zwei selten aufgeführten Concerti: Absolut sauber, wundervoll klar in allen Verzierungen, hurtig und ganz ohne Fehler in typische vivaldinesken Rauf- und Runter-Sequenzen. Saile hauchte der durchlöcherten Holzröhre eine Seele ein. (…)

 


 

„Überragender Orchesterklang“ Konzertkritik Mai 2010

Aus „Die Rheinpfalz“

 

(…) Geradezu frappierend allerdings, wie der Applaus zeigte, war die Wirkung von Antonio Vivaldis concerto per Flautino in C-Dur. Federnd und farbig eröffnen die Streicher. Benjamin Saile bringt ungemein rasant dahinfliegende, perfekt modellierte Flötentöne hervor. Das Melos der Soloflöte ist zweifellos vom Vogelsang inspiriert, ohne musikalische Formgebung zu verleugnen. Saile spielt atemberaubend rasch, doch keineswegs ohne Ausdruck und mit schöner Tongebung. Geradezu wunderbar ist der langsame Mittelsatz. Streicher und Cembalo malen hier eine ganz zauberhafte, versonnene Stimmung, so als wandele man an einem warmen, sonnigen Tag durch einen lichten Pinienhain, beobachte die Sonne, wie sie durch die Baumkronen strahlt, und die Vögel, wie sie singen. Die Flöte baute dazu in ihrer Präzision und Klarheit eine gewisse Spannung auf, die sicher ungemein reizvoll war. Aber fast hätte man sich von ihr auch etwas Dolcezza, etwas mehr Wärme, ja verhaltene Süßigkeit gewünscht.

Strahlend, glänzend, herrlich dann das abschließende Allegro molto – und ein Applaus, der bezeugte, wie sehr die Zuhörer von der makellos-rasanten Virtuosität des Solisten überrascht und begeistert waren. (…)

 


 

"Generationswechsel gibt den Takt vor" Konzertkritik der Wachenheimer Serenade April 2010

aus "Die Rheinpfalz"

 

(...) Der 22-jährige Benjamin Saile hat schon viele "Jugend musiziert"-Preise gewonnen, nicht nur im Fach Blockflöte, die jetzt sein Hauptinstrument ist. Antonio Vivaldi hat eine Menge Konzerte geschrieben , darunter auch eines in C-Dur für Flautino und Streicher. Welche Flöte damit gemeint ist, weiß man nicht genau. Saile spielte das Konzert auf einer Sopranino-Blockflöte, der kleineren Schwester der Sopranblockflöte, wie man sie aus dem Instrumentalunterricht kennt. Für die Hände eines ausgewachsenen Mannes grenzt es an Artistik, die Tonlöcher auf dem winzigen Instrument überhaupt zu greifen. Saile praktizierte es mit höchster Virtuosität in so atemberaubender Geschwindigkeit und Präzision, dass die Zuhörer am Schluss in laute Bravorufe ausbrachen. (...)

 


 

„Vom elenden Handwerk, eine Madame zu sein“ November 2009

Aus „Edenkobener Rundschau“

 

(…) Da Lieselotte Musik liebte, eine Leidenschaft, die sie mit Ludwig XIV. teilte, durfte Musik nicht fehlen. Umrahmt wurde das Programm von Stücken aus der Zeit um 1700 von Telemann, Corelli und Vivaldi für Blockflöte und Klavier. Benjamin Saile, der 2009 einen 1. Preis beim Bundeswettbewerd „Jugend musiziert“ gewann, trat mit seiner virtuos-furiosen Darbietung gegen das leider immer noch grassierende Vorurteil, es handle sich bei der Flöte nur um ein Instrument für die musikalischen Früherziehung, an und überzeugte auch die letzten Zweifler. Die beachtliche Klangvielfalt und der enorme Drive in den schnellen Sätzen entfachten ein regelrechtes Feuerwerk, das von der Pianistin Virginia Vitéz kongenial unterstützt wurde und das Publikum den Atem anhalten ließ. Passend dazu der Titel eines Stückes von Arcangelo Corelli, „La Follia“, auf deutsch Tollheit, Wahnsinn. Das letzte Wort im Anschluss beim Stehempfang zu der musikalischen Darbietung oft als Kompliment gehört: „Wahnsinn“. Der junge Musiker, im Übrigen auch ein Beweis für die Qualität der Arbeit der Musikschulen; wurde er doch an der Musikschule Ludwigshafen von Dagmar Paqué-Lemmert auf dieses hohe Niveau geführt. (…)